Das war der Webfontday 2010

Den gestrigen Tag verbrachten Michael und ich am Webfontday in München, einer Konferenz, die sich ausschließlich mit den neuen Möglichkeiten der Webfonts auseinander setzt. Da bereits auf Heuckeroth sehr schön detaillierter darüber berichtet wird, fasse ich mich kurz und möchte nur die paar wesentlichen Erkenntnisse daraus zusammenfassen.

Der Webfontday 2010 in München

Die Erkenntnisse

  • Mit dem aktuellen Stand der Technik eignen sich Webfonts in akzeptabler Qualität nur, wenn sie eher groß verwendet werden. Für Fließtexte sind die meisten Darstellungsbedingungen noch nicht soweit.
  • Das Worst-Case-Szenario zur Darstellung von Webfonts: IE 6 bis 8 unter Windows XP ohne Cleartype. Wenn’s da okay ausschaut, passt es in anderen Situationen auch.
  • Auch in der schönen neuen Welt der Webfonts muss die erste Frage immer noch sein: Ist die Schrift überhaupt für den Bildschirm geeignet?
  • Hinting ist unglaublich wichtig aber auch aufwendig. Ist eine Schrift schlecht gehintet, schafft es etwas Abhilfe wenn sie auf PostScript-Basis ist. Das hat mit dem Subpixel-Rendering bei Cleartype zu tun.

Mein Eindruck von der Veranstaltung selbst

Die tgm hat sich sehr bemüht eine gute Abfolge im Programm hinzubekommen. Leider waren ab einem gewissen Punkt viele Inhalte doppelt. Die paar DemoBeispiele aus der Typekit-Gallery wurden bestimmt in drei verschiedenen Vorträgen gezeigt. Einige Vorträge waren eher schlecht als recht gehalten, auch wenn sie inhaltlich gut gewesen wären. Typekit und vor allem Google waren die Tiefpunkte mit einer miesen, selbst beweihräuchernden Verkaufsveranstaltung. Der Vortrag von Gerrit van Aaken war schön und unterhaltsam aufbereitet, leider fehlte ihm meiner Meinung nach die inhaltliche Relevanz. Das Beste kam zum Schluss: Tim Ahrens berichtete in seiner charmanten Arte ausführlich über das Hinting von Schriften. Gerard Unger verlieh der Konferenz nach all der Technik wieder eine gestalterische und etwas philosophischere Atmosphäre. Danke für diese letzten beiden Vorträge!

Mein Fazit

In fünf bis zehn Jahren wird es (laut Ivo Gabrowitsch) hoffentlich nur noch ein Schriftformat für Web und Print geben. Betriebssysteme, Browser und Displays werde dann auch so weit sein, dass die problemlose Darstellung weitläufig gewährleistet sein sollte und Hinting kein Thema mehr ist. Bis dahin müssen wir uns allerdings noch mit Übergangslösungen rumschlagen. Aber der Weg dorthin muss auch gegangen werden und beim einen oder anderen Projekt werden sich sicher jetzt schon gute Einsatzmöglichkeiten für Webfonts finden.

Oliver
Ich bin Grafik- und Kommunikationsdesigner, arbeite selbständig und als Freelancer. Dabei gestalte ich Logos, Corporate Designs, Visitenkarten, Broschüren, Flyer und alles was so gestaltet werden will.

3 Kommentare

  1. danke für deine zusammenfassung. Arbeite gerade an einem Projekt mit Typekit und werde wohl im IE mit SystemFont darstellen, ansonsten funkt bis dato alles ganz gut. iPhone&iPad Unterstützung ist leider auch noch so ein Problem …

  2. Als wirkliche Alternative zu typekit bietet sich noch webfonts.fonts.com an. Vor allem bietet fonts.com hier ein Umenge an lizenzierten Schriften an wie zB. Frutiger oder Futura. Leider ist der Service im Vergleich etwas teurer als typekit.

    Aus technischer Sicht ist der Webfontloader von Typekit/Google etwas besser, weil er JS Events anbietet die Infos darüber geben wann die Fonts laden, fertig sind, usw.
    So könnte man bewirken, dass ein div erst einfadet sobald die Schrift geladen wurde.

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