Forward Festival für geilen Scheiß get inspired im Wiener Gartenbaukino
Design

So war das Forward Festival 2016 in Wien

Bisher gab es ja keine wirkliche Design-Konferenz in Wien. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich vom Forward Festival erfuhr. Mit Stefan Sagmeister als Headliner war ich schon überzeugt und habe gleich Tickets besorgt. Nun ist das Forward Festival Wien 2016 gerade zu Ende gegangen. Noch angeregt von zwei interessanten Tagen schreibe ich hier, welchen Eindruck es auf mich gemacht hat.

Zu Gast im Wiener Gartenbaukino

Am 7. und 8. April gehörte das Gartenbaukino Wien den Kreativen. Die Location war gut gewählt und als großer Fan dieses Ortes habe ich es genossen dort auch etwas anderes als Kino zu erleben. Die Programmaufteilung war ebenfalls gelungen. Pro Block gab es immer zwei Vorträge zu sehen, dazwischen ausreichend lange Pausen, was überaus angenehm war.

Werbung, Film und Motion

Dominante Themen des Forward Festivals waren Werbung, Film und Motion. Ralf Heller von Virtual Identity nahm das Mantra aller Werbe-Briefings „Wie schaffe ich es, dass Zielgruppe X mich kennt und begehrenswert findet“ herrlich aufs Korn und bot dazu eine kluge Alternative. Lukas Grossebner zeigte in seinem sympathischen Vortrag, dass man auch in Österreich gute Werbung machen kann und Vice Alps erzählte, wie sie Kunden nicht nur Werbekanäle sonder auch gleich auch interessante Werbeinhalte bieten können. Meine absoluten Highlights jedoch waren der humorvolle Talk des Niederländers Erik Kessels und (natürlich) der zum Nachdenken anregende und gewohnt persönliche Vortrag von Stefan Sagmeister über das Thema Schönheit.

Erik Kessels am Forward Festival
Erik Kessels am Forward Festival

Ein weiteres Schmuckstück für mich war Birgit Palma. Sympathisch erzählte die in Barcelona lebende Tirolerin über ihren Weg zur Illustratorin und wie sie Projekte angeht. Motivierend dabei fand ich ihre Ehrlichkeit dazu zu stehen nicht alles zu können und den Mut zu haben Werkzeuge zu verwenden, die einem die Arbeit erleichtern. Ebenfalls beeindruckend war der Vortrag von Salon Alpin. Unter dem Motto „Wie uns Limitationen voranbringen“ erzählten sie über die Hintergründe und spannende Entstehung einiger ihrer extrem schönen und inspirierenden Filme.

Etwas unklare Ausrichtung

Die Ausrichtung des Forward Festivals war mir bis zuletzt nicht ganz klar. War es eine Konferenz für Anfänger, Studenten, Profis oder alle? Der Vortrag von HP Albrecht und Charlotte Bufler von der Münchner Akademie U5 behandeltet z.B. die banalsten Basics des Kommunikationsdesigns unter dem Motto: es ist nicht nur wichtig was man macht, sondern auch warum man es macht. Vice setzten wieder voraus, dass man ihre Unternehmensstruktur kennt und sagten nur zwischen den Zeilen, dass sie Informationsportal und Werbeagentur sind. Eindeutig am schlechtesten kam bei mir Lomography an, die sich mit einem sehr gleichgültigen Sales-Pitch selbst beweihräucherten.

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Alles in allem verbrachten wir am Forward Festival 2016 zwei interessante Tage, die uns gut aus dem Alltagstrott ausbrechen ließen. Die Vorträge hielten sich die Waage – einer pro Block war gut, einer eher schwach – aber auch von den schlechteren konnte man einiges lernen. Vor allem, dass es wirklich keinen Mehrwert hat bloß Arbeiten herzuzeigen ohne über die Hintergründe zu reden. Was sehr schade war, gerade bei Mirko Borsche ist da noch viel Luft nach oben. Zumal seine schönen Arbeiten eine bessere Präsentation verdient hätten. Trotz dieser Abstrichen verlassen wir das Forward Festival Wien frisch, inspiriert und mit dem Tatendrang wieder mehr Energie in persönliche Projekte zu stecken.

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