Gedanken

Jetzt wirt’s schmutzig

Langsam geht es mit dem österreichischen Wahlkampf in die wärmere Phase. Wie der Neuwal berichtet setzt die ÖVP nun in ihrer dritten Plakatserie auf Negativkampagne. Ich halte das für eine heikle Sache, denn wer zu viel auf den anderen schimpft, wirkt am Ende auch nicht besser. Verglichen mit dem damals offensiven SPÖ-Spot, sahen 2006 die ersten Versuche der ÖVP noch etwas taktvoller und subtiler aus:

2008 wird anscheinend aufgeholt und das auf eine derbe, marktschreierische und billige Art.

In den USA ist das sogenannte »dirty campaigning« Gang und Gebe, in Österreich wirkt es übertrieben, unerwartet und irgendwie peinlich. Zumalen es in den USA bei der Präsidentschaftswahl auch eine andere Situation ist, da es nur einen Sieger geben kann. Bei unseren Nationalratswahlen hingegen gibt es nachher zwar auch einen Sieger, doch dieser muss mit anderen zusammenarbeiten, um eine Regierung zu bilden. Denn wenn man sich die aktuellen Umfragen anschaut, wird das eine Partei alleine wohl kaum mehrheitlich schaffen.

Wie schon in meinem Kommentar auf Newals letzten Post zu diesem Thema erwähnt, bombardiert man so bereits im Vorhinein mögliche Zusammenarbeiten. Dabei gehen Sachlichkeit und die wesentlichen Inhalte in Polemik verloren. Kämpfen, schmipfen, provozieren. Da ist es kein Wunder, dass bei so viel Negativem und billiger Unterhaltung einige eine Haltung der Verweigerung einnehmen. Wo soll denn angesichts dieser Kommunikation, und damit meine ich nicht nur die ÖVP, der Ausblick auf gemeinschaftliche Lösungen in der Zukunft bleiben?

Ein Kommentar

  1. Worum es in dieser Neuwahl geht, ist ja dass die große Koalition nicht zusammen arbeiten konnte. Deshalb ist es nur halb so wild, wenn ÖVP & SPÖ sich jetzt bekriegen, denn es will eh keiner außer vielleicht Fayman, dass sie beide wieder in de Regierung kommen.

    Natürlich ist der Wahlkampf ein riesiges Medienspektakel, die Politiker wollen ja die Wähler erreichen. Ich würde es nicht so sehen, dass bewusst ein Streit provoziert wird. In den TV-Konfrontationen wird eh überraschend viel auf Inhalte eingegangen, und so weiß man wofür jede Partei steht und welche Alternativen von der gegenüberliegenden Seite vorgeschlagen werden. Natürlich könnte das alles viel besser verlaufen…

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